Schlagwort-Archive: an Dummheit nicht zu übertreffen

WhatsApp: Hosen runter! [Update]

Mittlerweile sollte hinlänglich bekannt sein, dass WhatsApp in mehrerer Hinsicht ziemlich in die Kritik geraten ist und das auch zurecht. Dennoch bekomme ich hauptsächlich aus meinem näheren Umfeld zu hören, dass die Nutzung von Alternativen keinerlei Option darstellen soll. Die Gründe fallen auch erwartungsgemäß flach und unreflektiert aus: „Alle meine Freunde benutzen WhatsApp“ – „Die anderen Messenger haben aber nicht dieselben Funktionen“ – „Ach, die 89 Cent im Jahr…“ – „Andere sind aber nicht so einfach.“

Über diese Gründe kann ich nur schallend lachen.

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Das Internet auf Messers Schneide

Am 18. Januar 2012 wurde im gesamten Netz gegen die Gesetzesentwürfe Stop Online Piracy Act und PROTECT IP Act protestiert, die das Internet in seiner Form, wie wir es kennen, bis zur unkenntlichkeit verkrüppeln könnte. Der Stop Online Piracy Act (SOPA) ist ein Gesetz, das – sollte es abgesegnet werden – dem Internet in seiner Offenheit und Freiheit Schaden von noch nicht abschätzbarem Ausmaß zufügen kann. Und ich rede dabei von einem Schaden der bei mindestens astronomisch beginnt!

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Der feuchte Traum vom Überwachungsstaat

Vielleicht ist das an euch ja vorbei gezogen, weil ihr euch um Politik nicht so ganz kümmert, oder auch nicht, weil der Staatstrojaner ja ein ziemlich heißes Eisen in letzter Zeit ist. Aber zurzeit ringen die beiden Hashtags #Uhl und #Gaddafi auf Twitter um den ersten Platz bei den Toptweets. Und ich würde sogar behaupten, dass das daran liegen kann, dass einer der beiden Demagogen erst letztens umgekommen sein soll – und damit meine ich nicht Uhl!

Dessen verzerrtes Weltbild und Hetze gegen den CCC, der den bayerischen Staatstrojaner entlarvt hat, klingt genau nach dem, was man von einer Partei erwarten kann, die sich noch nie selbstkritisch gesehen hat.

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Sony lernt aus dem PSN Hack

Nein, ehrlich! Tun sie wirklich! Allerdings anders als man zuerst vermuten würde. Wie die BBC UK berichtet:

„Sony is preparing to ban gamers from the PlayStation Network (PSN) unless they waive the right to collectively sue it over future security breaches.“

Was auf Deutsch nicht weniger heißt wie:

„Sony plant Spieler aus dem PlayStation Network (PSN) auszuschließen, wenn sie nicht auf das Recht verzichten, gegen zukünftige Sicherheitsverstöße Sammelklagen einzureichen.“

Ich glaub ich fön… Nicht nur, dass Sony damit ultimativ seine maßlose Dekadenz krönt, jetzt berauben sie auch noch Kunden ihrer Rechte, nur weil sie zu dumm sind ihre Server nach Industriestandards abzusichern. Da ändern sie jetzt die PSN AGBs, dass man nicht mehr gegen sie Klagen darf anstatt nachzubessern. Super, echt super. Sollte man dann sonst noch irgendwelche Probleme mit Sony haben muss man erst mal mit nem Schlichter, den sich Sony aussuchen darf, zu keiner Einigung kommen, bevor man eine Klage einreichen darf.

Wenn ihr euch das nächste Mal ins PSN einloggt werdet ihr entweder den neuen AGBs zustimmen müssen oder ihr könnt euch einfach nicht mehr einloggen. Eine Klausel zum „opt-out“ gibt es auch, also lest die neuen AGBs durch, wenn euch euer Sammelklagenrecht was wert ist. Den neuen müsst ihr dazu aber trotzdem erst mal zustimmen.

Den Sinn: erkenn ich nicht. Aber anscheinend denken sich die Top-Manager jetzt, dass ihr armes Konzernchen genug geblutet hat. Ich finde aber für solche Unverschämtheiten sollten sie noch mehr bluten als für den Hack, solche Klauseln sind ja schon fast wieder Kriminell!

In eigener Sache: Diese Wie-du-mit-so-ich-dir-Mentalität kotzt mich langsam aber sicher an

Ich habe mich in letzter Zeit vermehrt Fällen gegenüber gesehen, in denen ich auf der zwischenmenschlichen Ebene zwar nicht so ganz auf die feine englische Art argumentiert habe, dennoch scheint es meinem Gegenüber dann als allgemein angemessen es mir gleich zu tun. Mal abgesehen davon, dass ein solches Verhalten absolut kindisch ist und rein gar nichts zur Lösung eines bestehenden Konflikts beiträgt, verhärtet es außerdem noch die Fronten und trägt eher zur Eskalation bei.

Mich würde mal ernsthaft interessieren woher diese Mentalität kommt und wer zum Teufel das so weiterverbreitet hat, als sei es in Ordnung? Denn das ist es eben genau nicht! Fehltritte eines anderen sind kein Freibrief um sich nach Lust und Laune selbst weitere, vielleicht sogar noch größere zu leisten.

Für mich stellt sich in solchen Situationen nur eins klar in den Raum: mein Gegenüber ist ein Anhänger der beschissenen Ellbogengesellschaft in der wir leben, in der es darum geht seine Stärke und Überlegenheit zu beweisen. Doch das Bild von Stärke und Überlegenheit, das diese Gesellschaft vermitteln will, ist für mich eher ein Trugbild, das mehr und mehr zu ihrem eigenen Zerfall beiträgt. Muss diese Stärke und Überlegenheit denn immer darin bestehen dem anderen nicht auch einen fairen Prozess zu gönnen, in dem auch er die Möglichkeit hat seine Argumente vorzubringen und begründen zu können? Muss immer gleich mit Beleidigungen, Kraftausdrücken oder sogar Gewalt geantwortet werden, wenn die eigenen Argumente unterliegen?

Ich für meinen Teil sehe meine Stärke und Überlegenheit viel mehr darin einzugestehen, wenn ich mich in eine Sackgasse argumentiert habe. Wenn mich jemand in einer offenen und ernstgemeinten Diskussion aussticht, dann sehe ich meine Niederlage ein.

Etwas völlig anderes ist es allerdings, wenn solche 0-8-15 Streithähne meinen sich mit ihren fadenscheinigen Tunnelblicken auch noch zu Rühmen und die eigenen Ansichten dabei als Null, nichtig und vollkommen fehlgeleitet hinzustellen – ja, sich vielleicht sogar noch anzumaßen den salzbedeckten Finger samt Zitrone auf die Wunde zu drücken. Das ist eine Grenze die niemend überschreiten sollte, denn sonst wird es eklig.

Man sagt doch auch gerne mal: „Auf dieses Niveau möchte ich mich nicht herablassen.“ Ach?

Anscheinend aber schon, wenn man sich durch die Fehltritte eines anderen dazu bemächtigt fühlt diese sogar noch zu toppen (ironischerweise aber das Niveau der Diskussion dadurch beständig weiter absinken zu lassen). Alles endet dann nur noch darin, dass man dem anderen die Worte im Mund herumdreht und kleinlich die Argumente des anderen zerpflückt, um seine eigenen argumentativen Fehltritte zu rechtfertigen oder besser darzustellen als sie eigentlich sind.

Nun ist mir durchaus bewusst, dass man gegen Hitzköpfe nichts machen kann, wenn sie erst mal in Fahrt sind, außer sich taktisch aus der Diskussion zurückzuziehen, sobald man merkt, dass man nur noch aneinander vorbeiredet und ein Machtkampf entsteht. Denn Sinn eines Streits ist ja eigentlich einen Konflikt aus der Welt zu schaffen, indem Kompromisse geschaffen werden. Nun ist es aber heutzutage wohl auch so, dass der eigenen Überlegenheit weitaus mehr Priorität eingeräumt wird, als dem friedvollen Beilegen einer Meinungsverschiedenheit. Auch scheint der Sinn des Wortes „Streit“ immer mehr so verstanden zu werden, dass man sich während eines solchen mit wüsten Beschimpfungen bewerfen muss – muss man aber nicht, das geht auch friedvoller.

Meinungen sind nun einmal unterschiedlich und wenn man nicht übereinstimmt, gilt es einen Konsens – einen Mittelweg – zu finden auf den man sich gemeinsam einigen kann. Ich weiß selbst, auf was für dünnes Eis man sich mit einem solchen Unterfangen begeben kann und meist ist selbst mir die Gefahr einzubrechen zu groß und lasse dem anderen seine Meinung – egal für wie bescheuert ich sie halten mag. Denn mir ist nicht danach ein stures Kind zu bekehren, das sich nicht bekehren lassen will, weil es nicht über den eigenen Tellerrand hinausblicken kann.

Abschließen möchte ich dieses sozialpsychologische Ranting mit einem Zitat:

„Nichts ist häufiger, als dass am Ende eines Streits beide Gegner um die Wette Unsinn reden.“

– Ferdinando Galiani, Dialoge