Jahresrückblick 2012 – Jahr der Abschiede

Wieder ein Jahr geschafft und dazu noch einen Weltuntergang überlebt!

Spaß beiseite. Für mich geht 2012 mit einer mittelprächtigen Bilanz zu Ende. Für mich war das Jahr von unzähligen Strapazen geprägt, allen voran die Ausbildung, die ich letzten Endes aufgeben musste, weil in den 3 Jahren zuvor schon viel zu viel Mist passiert ist und eine „Ehrenrunde“ nicht den erhofften Erfolg eingebracht hat. Ich sag’s euch, schaut bloß dass ihr eure Jobs behaltet, allein schon wegen dem ganzen beschissenen Papierkram den einen nach sowas erwartet. Immerhin bin ich würdevoll aus dem Betrieb gegangen und mein (jetzt ex-)Chef war überaus entgegenkommend. Dennoch fiel es mir schwer zu gehen, denn an sich hat alles gepasst. Letzten Endes musste ich aber einsehen, dass es nicht gereicht hat.

Eigentlich fing das Jahr schon nicht gut an, denn wir mussten uns im Januar von einem geliebten Familienmitglied trennen. Auch sonst war der Jahresanfang vom Thema Trennung gespickt und einige Menschen haben sich aus meinem Leben verabschiedet. Dafür konnte ich aber auf meine erhaltenen langjährigen Freunde und einen Partner bauen, welcher mich schon seit über einem Jahr durchs Leben begleitet und obwohl wir miteinander zwar auch schwere Zeiten durchmachen, gehen wir danach immer wieder gestärkt hervor.

Sowie ich manchen Menschen Lebewohl sagen musste sind auch neue hinzugekommen. Zwei von ihnen ziehen in naher Zukunft sogar nach Nürnberg und man kann sich sehen wann immer man will. Es kann sich eben niemand dem Charme der fränkischen Metropole entziehen 😉

Die größte Turbulenz stellte aber wohl meine Gesundheit dar. Im September wurde bei mir das Reiter-Syndrom diagnostiziert. Ab diesem Zeitpunkt realisierte ich auch erst wie geschädigt mein Immunsystem wirklich war. Dass ich überhaupt mehr oder weniger ohne sichtbare gesundheitliche Schwierigkeiten durchs Leben gekommen bin grenzt für mich immer noch an ein Wunder. Seitdem musste ich meine Ernährung drastisch umstellen und so ziemlich fast allem Lebewohl sagen, was ich gerne gegessen habe (hauptsächlich allem was in irgendeiner Weise Weizenmehl beinhaltet, was so ziemlich auf ALLES zutrifft, was so hergestellt wird). Dazu kamen etliche Infusionstherapien und zahlreiche therapiebegleitende Medikamente. Auch erklärte das, warum ich reinhauen konnte wie ein Scheunendrescher ohne wirklich zuzunehmen: mein Stoffwechsel ist nämlich alles andere als beneidenswert, der ist im Arsch! Durch die Lebensmittelunverträglichkeiten war mein Immunsystem nämlich mehr damit beschäftigt bestimmte Bestandteile der Nahrung abzustoßen und zu bekämpfen, anstatt die Bakterien zu bekämpfen, die für das Reiter-Syndrom verantwortlich waren und so ist es nach einem Orthopäden-Pfusch mit Cortison beinahe kollabiert. Erst eine private Behandlung brachte Besserung und heute kann ich mich wieder schmerzfrei bewegen und meine Blutwerte werden auch wieder besser. Wie lang ich jedoch noch meine Ernährung umgestellt lassen muss weiß ich nicht. Weswegen die Weihnachtszeit kulinarisch für mich ein Desaster war: überall Weizen, Haselnüsse und Zimt. Alles ist für mich seit der Therapie tabu.

Auch etwas, was ich nie für möglich gehalten hätte ist passiert: ich habe mir ein iPhone 5 geholt! Ich! Ein iPhone! Ein 900 EUR Handy! Das ist jetzt bei o2 MyHandy über zwei Jahre abstotter. Für den ein oder anderen mag das unbegreiflich erscheinen, nachdem ich sowohl Samsung als auch Apple in einem nicht all zu sehr in der Vergangenheit liegenden Post auseinandergenommen habe. Meinungen Ändern sich. Insbesondere wenn man von Herstellern permanent geprellt wird, wie es bei meinem Nexus 7 der Fall war, in dem ich mein Heil dachte, aber Pustekuchen, 250 EUR für’n Arsch, weil keine 2 Monate später eine überarbeitete Version mit mehr Speicher zum selben Preis rauskam. Das hat mich an Android schon immer genervt, Systemupdates gibt’s immer nur mit einem neuen Gerät. Also verabschiede ich mich wieder von Android und ich muss zugeben: ich bin nicht unzufrieden, im Gegenteil sogar. Und komm mir jetzt keiner wegen Apple Maps, es gibt mittlerweile eine Google Maps App für iOS. Allerdings reagier ich auf Fragen wie „Und? Zufrieden?“ zuweilen immer noch bisschen pissig. Oder ich bilde mit die Süffisanz bei solchen Fragen immer nur ein. Schließlich denken die meisten bei iPhone Besitzern ja immer noch an Prollos die zu viel Geld haben. Mein Galaxy S2 hab ich übrigens an einen meiner besten Kumpel verschenkt. Der hat sich gefreut wie ein Honigkuchenpferd und spielt damit jetzt Jetpack Joyride bis zur totalen Vergasung 😛

Ein Abschied der mich allerdings bestimmt nicht traurig stimmt ist der von ACTA. Lange war es ja wieder ruhig um den Wegbereiter EU-weiter Internetzensur, aber es freut mich zu sehen, dass ich mir nicht umsonst ’ne fette Erkältung beim Protestmarsch in Nürnberg zugezogen hab. Aber da wird sicher wieder irgendwas ähnliches kommen. Schließlich reichen den Politikern ihre Diäten doch nicht zum Leben aus, da wird irgendwelchen Rechteverwertern und Industriepartnern noch tüchtig in den Arsch gekrochen, bis man nicht mehr weiß wo der eine anfängt und der andere aufhört.

Noch ein Abschied der mir nicht schwer fiel: Facebook. Seit Juli sind sämtliche Spuren von mit auf Facebook verschwunden. Die Gründe habe ich im verlinkten Post ausführlich genannt. Aber auch sonst habe ich nur noch sehr wenig Bedarf an sozialen Netzwerken. Ich kann die drei großen (Facebook, Twitter, Google+) für mich ganz gut einteilen:

  • Facebook: Sammelort sämtlichen Proletenabschaums den man sich nur vorstellen kann. Jeder hat eine Meinung, aber keine Ahnung was eigentlich abgeht. Die Halböffentlichkeit verleitet dazu mehr zu mobben als im wirklichen Leben, die Geschwindigkeit des Mediums polarisiert das ganze noch zusätzlich. Jeder jammert über Veränderungen rum was nach 2-3 Monaten wieder in der Versenkung verschwindet. Weil jeder immer in Facebook ist sind sie in den üblichen Messenger Netzwerken kaum noch anzutreffen und die einzige Möglichkeit jemanden nachhaltig zu erreichen ist Facebook. Man kann außerdem nichts posten ohne irgendwie damit rechnen zu müssen von irgendwem persönlich dafür angegriffen zu werden.
  • Twitter: Haufenweise Spambots die einem ungebeten folgen und klar auf PR und Kundenacquise ausgerichtet sind (für was auch immer). Eine endlos lange Timeline durch die man sich erst mal wühlen muss, um überhaupt das zu finden, was einen wirklich interessiert. Wenn man etwas postet kann man nur hoffen, dass einen irgendwer auch wahrnimmt, wenn man bedenkt, dass deren Timeline der gleiche Clusterfuck ist wie die eigene. Wenn man interessante Unterhaltungen nachverfolgen will stößt man fast immer auf jemanden, der seinen Account vor nicht-followern geschlossen hat und vor dem man erst betteln gehen muss, dass man ihm folgen darf, nur um ein paar dumme Kommentare von ihm lesen zu können.
  • Google+: Fusion aus Facebook und Twitter, nur weniger populär. Niemand traut ihm so recht, weil Google. Nicht wirklich jemand angemeldet, den man auch persönlich kennt und wenn doch dann posten sie nie etwas. Die neuen Gesichter die man kennen lernt will man im wirklichen Leben lieber nicht kennen lernen, weil sich auf Google+ meistens offenbart wie ereignislos, langweilig und nerdy ihr leben wirklich ist. Letzten Endes entfernt man sich selbst auch immer mehr aus Google+ und fragt sich warum man sich dort überhaupt angemeldet hat.

Manchmal spiele ich mit dem Gedanken doch wieder bei Facebook aufzutauchen, aber dann denke ich wieder daran, dass ich da auf ein paar unliebsame Gesellen stoßen würde und schenk mir das ganze dann wieder. Da sich auf Twitter als auch auf Google+ bei mir nie wirklich so viel tut als dass ich keineswegs drauf verzichten könnte habe ich auch schon mit dem Gedanken gespielt meine Accounts dort auch zu löschen, doch dann denke ich mir „meh“ und lass es dann doch wieder.

Ich bin jedenfalls froh, dass dieses turbulente Jahr jetzt ein Ende hat und blicke 2013 mit Hoffnung entgegen. Prosit und guten Rutsch!

6 Gedanken zu “Jahresrückblick 2012 – Jahr der Abschiede

  1. „Insbesondere wenn man von Herstellern permanent geprellt wird, wie es bei meinem Nexus 7 der Fall war, in dem ich mein Heil dachte, aber Pustekuchen, 250 EUR für’n Arsch, weil keine 2 Monate später eine überarbeitete Version mit mehr Speicher zum selben Preis rauskam. Das hat mich an Android schon immer genervt, Systemupdates gibt’s immer nur mit einem neuen Gerät.“

    Versteh ich nicht so ganz. Bei Apple gibts also Arbeitsspeicher zum aufrüsten oder ein besseres Display zum nachrüsten?

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    1. Wenn es Apple um die dicksten Eier bei der Hardware ginge vielleicht, darum geht’s aber nicht. Mit der Aussage wollte ich mehr zum Ausdruck bringen, dass es mich bei Android nervt, dass es die Geräte vielleicht mal 1 Jahr gibt und dann gibt’s schon keine Updates mehr oder es kommt ein Nachfolger mit noch protzigerer Hardware und das Vorgängermodell wird langsam aber sicher immer stiefmütterlicher behandelt. Siehe HTC oder Samsung. Von Motorola und Sony red ich besser gar nicht erst.

      Um weiter am Apple Beispiel festzuhalten: Das 3GS wurde noch bis 2012 mit iOS 6.0.1 versorgt. Dagegen muss man bei jedem Android Handsets bangen, ob es überhaupt ein Update geben wird. Für’s SGS2 haben sie 4.1 noch immer nicht eindeutig bestätigt bzw. angekündigt und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Ding das nicht packen würde. Und Kies ist der schlechteste iTunes Abklatsch den ich je gesehen hab, noch schlechter als Sony Media Go.

      Ich hab seit Android noch nicht beobachten können, dass der Markt von nur einem Hersteller alleine so dermaßen überflutet werden könnte, dass sich die Apple und Android Fraktionen mit ihrem fanatischen Getue eigentlich wieder die Hände geben könnten, wenn es darum geht, dass ein neues Handy rauskommt.

      Das ist aber genau das Problem: Apple bringt ein neues iPhone, aber es entwertet die Vorgängermodelle nicht so derb wie bei Android. Die Hardware-Upgrades fallen subtil aus und bleiben verbindlich, wohingegen die Android Fraktion mit immer protzigerer Hardware versucht zu punkten, aber so viele Geräte auf den Markt feuert (inkl. der 50 Abwandlungen ein und desselben Geräts), dass das eher in Frust ausartet, weil: Heute gekauft, morgen womöglich schon wieder Schnee von gestern. Ich mein, ernsthaft!

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    2. Achso du meintest mit „Systemupdate“ also nicht die Hardware, sondern das Betriebssystem. Dann stimme ich dir zu.

      Allerdings musst du beim Nexus 7 auch den Preis sehen. Für 250 Euro kann man nicht davon ausgehen, dass es längere Zeit ohne Konkurrenz das beste am Markt ist. Das iPad kostet entsprechend mehr, ist aber jedes jahr genauso veraltet, wenn die nächste Generation erscheint. Dafür kannst du dir bei Google ein neues Gerät kaufen, da es entsprechend günstiger ist.
      Außerdem gibts bei den Google Geräten auch länge Zeit OS-Updates. Das Nexus 7 hat kurz nach der Veröffentlichung von Andorid 4.2 ein Update erhalten.

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      1. Klar, für 250 EUR darf man keine zu hohen Ansprüche stellen, hab ich auch nicht gemacht, ich dachte halt ich hab ein Android Handy, also macht es nur Sinn, sich ein Android Tablet zu holen und die Nexus Geräte bekommen immer gleich die neuen Versionen, also haste da schon mal nicht so viel Frust. Ja, aber der kam dann eben in der Form, dass 2 Monate später eben eine 32 GB Version rauskommt, die ich mir eher geholt hätte, hätte Google nicht gesagt „Nein, wir machen da jetzt nichts mehr dran.“ Davon fühl ich mich halt schon verarscht.

        Und Apple und Android unterscheidet etwas, das mir persönlich wichtiger ist: ein gepflegtes Ökosystem. Ich hatte ja ein iPad 2. Als das 3er rauskam war es mir egal, weil ich davon nur einen minimalen Mehrwert gehabt hätte, außer nem Retina Display war da nichts neues dran. Die Hardware macht nicht ständig zu riesen Sprünge, dass man gleich Hardware-Penisneid bekommen muss. Das gefällt mir an Android nicht, was die Hersteller draus machen. Ansonsten isses ein echt cooles System. Ich hatte meine Freude an der Software, aber was die mit der Hardware abziehen ist für mich nicht tragbar.

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      2. Ja bei den Android-Geräten ist der Markt aktuell sehr in Bewegung. Finde ich aber ok, dass man soviel Auswahl hat. Man muss sich ja nicht alle 6 Monate ein neues Smartphone zulegen. So schlau sollte jeder selbst sein. Ist doch bei allen Technik-Dingen so, dass spätestens nach einem Jahr ein Nachfolger auf den Markt kommt und man gerne die neueste Version haben möchte. Ist durch unsere Gesellschaft und dem ganzen Marketing auch von den Herstellern so gewollt, sonst würden sich die Wachstumsraten nicht halten lassen. Käme deswegen aber nie auf die Idee meinen 1 Jahre alten Samsung-TV gegen das neue Modell auszutauschen oder alle zwei Jahre einen neuen Kühlschrank zu kaufen.

        Und mal ehrlich, so gut wie niemand benötigt ein Smartphone mit Full-HD-Display und 8-Kern-CPU. Klar ist man im ersten Moment neidisch auf die neue Hardware aber wenn man es realistisch betrachtet kommt man recht schnell zu dem Schluss, dass man ein solches Smartphone nicht benötigt. Das HTC Droid DNA beispielsweise soll laut mehreren Quellen bei ausgiebiger Benutzung schon nach einigen Stunden schlapp machen. Da freue ich mich über mein kürzlich zugelegtes Motoriala RAZR i, welches bei gleicher Nutzung gut zwei Tage durchhält. Sofern bei den Akkus in nächster Zeit keine kleine Revolution erfolgt, werden die neuen Smartphones allesamt nicht lange durchhalten.

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      3. Sicher, Konkurrenz belebt das Geschäft und ich denke Apple bekommt das aus der ein oder anderen Ecke auch langsam zu spüren. Und wer sich in so kurzen Abständen immer wieder ein neues Gerät leisten kann hat eh zu viel Geld oder Wohlstandslangeweile 😛

        Aber im Prinzip hast du recht, es ist generell so bei Technik-Geräten, war auch schon immer so, wenn man nur mal dran denkt seinen PC aufzurüsten. Dennoch hielt ein Smartphone bei mir bisher gerade mal 1 Jahr bevor ich mir ein neues geholt hab. Da kann ich mir kaum vorstellen, wie ich es 5-7 Jahre ein Motorola RAZR V3 („Dumbphone“) ausgehalten hab. Wahrscheinlich weil ich da noch kein eigenes Geld verdient hab XD

        Aber das ist genau das was ich meine. Das Hardware-Rennen bei Android nimmt mit fortschreitender Zeit immer absurdere Züge an. 1080p Display schön und gut, höhere Auflösung als iPad 4 auch ganz nett, aber im Gesamtpaket trotzdem nur bedingt runder als Apple. Mein HTC Desire oder Samsung Galaxy S2 hat vielleicht auch nur einen Tag (8 Stunden) durchgehalten, und Gnade mir Gott, wenn ich es nicht über Nacht am Strom gelassen hab. Dafür, dass die Leistungs-Messlatte ständig höher gelegt wird bleibt Akku-Technik und Stromsparmaßnahmen bei Chip-Designs ziemlich auf der Strecke. Aber nach so viel Android Heckmeck bin ich mit dem iPhone 5 positiv überrascht zufrieden. Paar Verluste musste ich zwar hinnehmen, aber es war zu verschmerzen.

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