Facebook schafft Zugriffsberechtigungen (fast) ab

Das passt ja schon fast wieder wie Arsch auf Eimer. Kaum lösch ich meinen Facebook Account, schon jagt eine schlechte News die nächste. Heute: Mit „Start Now“ werden Nutzer zukünftig nicht mehr mit Zugriffsberechtigungen belästigt, wenn sie neue Spiele ausprobieren.

Rechtfertigen will Facebook das mit der Tatsache (ich setzte das bewusst nicht in Hochkommata, weil es tatsächlich eine Tatsache ist), dass sich eh keine Sau drum schert, welchen Apps sie Zugriff auf ihre bei Facebook hinterlegten Daten geben. Ich kann das sogar bestätigen.

Als ich zuletzt mal wieder hinter wem herkehren durfte, weil er sich sprichwörtlich einen Scheiß um seine Computersicherheit kümmert, hab ich mich auch der Beschwerde angenommen, dass er von zu vielen Facebook-Mails genervt würde. Ich war schockiert, als ich an die +50 Apps sah, deren Benutzung Monate zurücklag. Offensichtlich widerrufen viele Facebook Nutzer die Zugriffsberechtigungen von lange nicht mehr benutzen Apps einfach aus Bequemlichkeit nicht und lassen sich lieber datentechnisch freiwillig ausweiden. Man weiß ja nie genau, was die Apps sonst noch machen, wenn man nicht hinschaut/hinschauen kann. Ich glaube sogar, dass App-Entwickler das nicht mal explizit festlegen können, dass das komplette Profil gelesen werden darf – das ist einfach für jede App Grundvoraussetzung. Aber mal abgesehen davon, werden die wohl auch wenig dagegen haben.

Geplant ist derzeit, dass sich die Zugriffsberechtigungen nachträglich widerrufen lassen. Doch Facebook wäre nicht Facebook, wenn dahinter nicht eine gewisse Taktik stecken würde. Facebook ist sich nämlich darüber bewusst, wie eingangs schon erwähnt, dass kein Schwein die Berechtigungen nachträglich widerruft. Die Hemmschwelle neue Spiele auszuprobieren soll damit wohl noch weiter herabgesetzt werden, indem nervige Bestätigungsdialoge (wir erinnern uns an das UAC-Desaster aus Windows Vista und wie es sich irgendwann zum Placebo entwickelt hat) einfach aus dem Weg geräumt werden; hin zu noch weniger Sinn für Datenschutz.

Mir ist wohl klar, dass ich damit niemanden mehr erreichen kann, der noch bei Facebook angemeldet ist, da ich den Link dazu ja nicht mehr selbst in dieses Geschwür des Internets pumpen kann. Aber vielleicht findet sich irgendwann jemand, der das für mich übernimmt, ob jetzt auf eine Bitte hin oder aus Eigeninitiative. Solche News dringen ja an sich viel zu selten an die richtigen Ohren, hab ich so den Eindruck.

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