Diablo 3 Probleme lösen sich, tausende Fanboys völlig aufgelöst

Ich amüsier mich ja zurzeit köstlich über das Spektakel von Diablo 3. Nicht, dass ich nicht auch voll ralle auf das Spiel wär, ganz im Gegenteil. Ich hab auch am Beta-Wochenende teilgenommen (oder es zumindest versucht), aber das war ja auch der letzte Brainfuck. Erst sind die Login-Server aufgrund des Ansturms explodiert und dann konnte man sich nur auf den US-Servern einloggen. Und keiner sagt mir was!

Aber jetzt stellt sich nach Release die große Ernüchterung ein, dass Diablo 3 einem nicht so die Klöten abreißt, wie es sich viele vielleicht erhofft hatten.

Error 37 just made you its bitch

Einerseits muss ich mich auch ernsthaft fragen, warum alle rumheulen, dass die Login-Server am Release-Tag wieder mal geschmolzen sind und die Admins sich nicht mehr aus dem Atombunker im Blizzard HQ getraut haben. Ich mein, Blizzard Spiele werden durchgehend gehyped und nachdem jetzt die Euphorie für WoW zurückgeht ist Blizzard ja praktisch gezwungen seine anderen Spiele mit Nachfolgern zu versorgen, um nicht rigoros abzuschmieren.

Blizzard hätte natürlich mehr Kapazitäten zum Release abzwacken können, um die Login-Server zu stärken. Immerhin leben wir im Cloud-Zeitalter. Aber ich gehe einfach mal davon aus, dass Blizzard die ganze Sache eher relativ ökonomisch angegangen ist und die Probleme bewusst in Kauf genommen hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass denen zu keinem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen ist, dass es um Punkt 0 Uhr zu Spitzenzugriffszeiten kommen wird, die sich aber in der Form nicht wiederholen würden. Schließlich haben die Kunden ja (leider) noch einem Leben nachzugehen. Also spart man sich das Geld lieber und wartet, bis sich das alles wieder einpendelt. Keine gewinnorientierte Firma wird sich Server anschaffen (oder anmieten) damit sie sich nach dem Fanboy-Ansturm wieder langweilen dürfen. Ich mein, ihr habt ja wohl selber kaum Geld zu verschenken, oder? Und bei dem großen Anteil der Fanatiker-Fraktion unter Blizzard Spielern war es doch wohl zu erwarten, dass die sich mit ihrem Ansturm erwartungsgemäß mal wieder ins eigene Fleisch schneiden.

Die Hölle muss warten

Dann ist da noch die Sache mit der Orientierung an Casual-Gamer. Die Beschwerden die ich dazu les kann ich einfach nicht ernst nehmen. Wenn ihr Schule schwänzen oder beim Chef simulieren wollt, nur um ein Spiel zu suchten bis euch die Handgelenke explodieren, euer Bier. Ich sollte allerdings jeden dazu verdonnern mir die Kosten für die astronomische Menge an Aspirin zu erstatten, so oft wie ich mir von so einer Kurzsichtigkeit gegen die Stirn hauen muss. Gibt halt eben immer noch Leute, die sind nicht so hardcore und machen ne Wochenlange 24/7 Session. Mir würde das auch irgendwann langweilig werden, auch wenn Blizzard fesselnde Storys mit packendem Gameplay verbinden kann.

Ob ihr’s glaubt oder nicht, es soll auch Menschen geben die haben sowas wie… ach Gott, wie heißt das noch gleich… äh… wartet, mir liegt’s auf der Zunge… ach ja: ein Leben! Und denen will Blizzard einfach entgegenkommen, indem sie sie eben nicht unterschwellig dazu zwingen jede freie Minute mit ihrem Spiel zu verbringen. Das eröffnet auch berufstätigen die Möglichkeit diese Spiele mit einem gewissen Befriedigunggrad spielen zu können. Es liegt nun mal einfach im Interesse einer gewinnorientierten Firma Einnahmen auf lange Zeit zu sichern. Deren Angestellten ernähren sich auch nicht nur von Fertig-Kaffee, Energy Drinks und Chips. Und kommt mir jetzt nicht mit den Einnahmen durch WoW, auch das Geld ist irgendwann weg, auch wenn es um Mengen geht, die sich keiner auf seinem eigenen Konto vorstellen kann.

Mir wird’s auch langsam zu bunt

Und WTF, was habt ihr eigentlich wegen den Farben? Das Spiel ist doch düster genug. Dreht halt die Helligkeit oder die Farbintensität an eurem Bildschirm oder Grafikkartensoftware runter wenn’s euch so stört. Freut euch doch auch mal drüber, dass ihr das Spiel mit eurer 5 Jahre alten Klapperkiste noch auf maximalen Details spielen könnt, ohne Ruckelfest. Nächstes Thema!

„Immer online? Ihhhh!“

Ein Offline-Modus fehlt. Ah ja, okay. Komisch, die Starcraft 2 Fraktion meckert da gar nicht mehr so stark, dass das den Medien noch Berichte wert sind. Klar, es ist zweifelsohne total behindert nicht offline spielen zu können, wenn die Server down sind, da brauchen wir nicht zu diskutieren, liegt auf der Hand. Aber es geht hier nicht um die Gängelung der Kunden, sondern auch um den Schutz vor Cheatern. Andererseits kann man natürlich auch davon ausgehen, dass es sich dabei um eine Art „Kopierschutz“ handeln soll – nur der, der einen gültigen Key hat soll schließlich auch spielen dürfen, zu welchem Zeitpunkt hätte das jemals anders sein sollen? Und in der heutigen Zeit, in der eine Onlineanbindung omnipräsent ist, find ich es fast schon scheinheilig sich darüber zu beschweren. Oder beklagt sich jemand, dass man mit dem Smartphone durchgehend online ist? Also bitte. Es hat doch immerhin auch den Vorteil, dass man mit anderen in WoW und Starcraft 2 chatten kann.

Geplatzte Fanboy-Spekulationsblasen

Es ist einfach das altgewohnte Problem: Ein großer Titel wird angekündigt, die Fanboys pusten sich ne riesen Spekulationsblase auf und kurz nach Release platzt die Blase dann und dann ist der in den Himmel gelobten und mit Erwartungen in jeder freien Öffnung gestopfte Titel nicht das, was man sich (feucht) erträumt hat. Wie wär’s mal mit Erwartungen einfach mal runterschrauben und abwarten was man wirklich bekommt, hm? Einfach mal auf’m Teppich bleiben. Wer nicht zu viel erwartet, kann auch nicht so derb enttäuscht werden.

End of story…

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